Holzzerstörende Pilze

Holz und Holzwerkstoffe können durch holzzerstörende Pilze zerstört werden. Die Pilze bilden auf und im Holz ein Netzwerk aus feinen Pilzfäden (Hyphen), die in ihrer Gesamtheit als Mycel bezeichnet werden.
In der Regel gedeihen derartige Pilze nur auf Holz oder Holzwerkstoffen mit erhöhtem Feuchtegehalt. Für ihre Entwicklung brauchen die Pilze in der Regel einen Temperaturbereich zwischen +3°C und +40°C und eine Mindestholzfeuchte von über 15%.

Holzzerstörende Pilze werden nach ihrem Fäuletyp in drei Hauptgruppen, die Braunfäulepilze, die Weißfäulepilze und die Moderfäulepilze eingeteilt.

Was sind Braunfäulepilze?

Braunfäulepilze bauen vorwiegend die Kohlenhydrate des Holzes, also die Zellulose und die Hemizellulosen ab. Das befallene Holz färbt sich braun, da das dunkelbraune Lignin des Holzes als Rückstand zurückbleibt.
Das Holz verliert an Masse, Volumen und Festigkeit. Es schrumpft beim Trocknen stark, wird von Längs- und Querrissen durchzogen und bekommt dadurch eine charakteristische, würfelbrüchige Struktur (sog. Würfelbruch). Im Endstadium lässt sich die Holzsubstanz zwischen den Fingern zu braunem Pulver zerreiben.
Braunfäulepilze kommen vorwiegend an Nadelholz vor, einige findet man aber auch an Laubholz oder an Nadel- und Laubholz. Braunfäule kann sowohl bei lebenden, geschwächten Bäumen als auch an verarbeitetem Holz im Splint- und Kernholz auftreten.
Zu den Braunfäulepilzen gehören unter anderem der Echte Hausschwamm, der Braune Kellerschwamm, die Porenschwämme und die Blättlinge.

Was sind Weißfäulepilze?

Weißfäulepilze bauen sowohl das Lignin als auch die Cellulose in der Holzzellwand ab. Während des Befalls bleibt die äußere Holzstruktur anders als bei der Braunfäule zunächst lange erhalten. Das Holz verliert an Masse und Festigkeit und hellt sich auf. Oft behält es selbst im Endstadium noch eine faserige Struktur, ein würfeliges Zerbröckeln findet kaum statt.
Manchmal sind auf weißfaulem Holz dunkel gefärbte Linien zu erkennen die das befallene vom gesunden Holz, oder Bereiche die von andersartigen Pilzen besiedelt sind, voneinander trennen. Weißfäulepilze kommen überwiegend an Laubhölzern vor. Zu den Weißfäulepilzen gehören u.a. der Ausgebreitete Hausporling, der Wurzelschwamm, der Schmettleringsporling, der Zunderschwamm oder auch Sternsetenpilze.

Was sind Moderfäulepilze?

Moderfäulepilze bauen die Kohlenhydrate der Holzzellwand ab. Sie kommen vor allem in dauernd feuchtem Holz vor, also Holz das zum Beispiel ständig dem Wasser oder feuchtem Erdreich ausgesetzt ist. 
Moderfäulepilze greifen das Holz von der Oberfläche her an. Von Moderfäule befallenes Holz weist eine dunkle, grau-schwarze Verfärbung der äußeren Holzschichten auf. Die befallenen Holzschichten sind weich und schmierig, und reißen beim Abtrocknen querrissig auf. Diese verfärbte,befallene Oberflächenschicht unterscheidet sich deutlich von dem darunter liegenden gesunden Holz.
Moderfäulepilze können alle Nadel- und auch Laubhölzer befallen. Sie gehören zu den Pilzgruppen der Ascomyceten (Schlauchpilzen) oder Deuteromyceten (Fungi imperfecti), und bilden somit keine großen Fruchtkörper. Typische Moderfäulepilze gehören zu den Gattungen Chaetomium, Phialophora und Humicola.

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