Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum)

Der Gewöhnliche Nagekäfer gehört zur Familie der Anobien (auch Nage-, Poch- oder Klopfkäfer genannt). Zu dieser Insektenfamilie gehören einige der gefährlichsten einheimischen Schädlinge für verarbeitetes Holz.
Der wirtschaftlich schädlichste Käfer dieser Familie ist der Gewöhnliche Nagekäfer. Er befällt fast alle Holzarten. Möbel und andere Holzgegenstände wie Treppengeländer, Holzverkleidungen, Fußbodenbretter oder Scheuerleisten sind besonders gefährdet.

Wie sieht er aus?

Der Gewöhnliche Nagekäfer ist dunkelbraun-schwarz gefärbt und 3 bis 4 mm lang. 

Die Larven sind im Endstadium 4 bis 6 mm lang und 1 bis 2 mm dick. Sie sind gelblich-weiß gefärbt und haben am vorderen Körperende drei kleine Beinpaare.



Wie befällt er das Holz?

Die eigentlichen Holzzerstörer sind die Larven des Gewöhnlichen Nagekäfers. Während ihrer Entwicklungszeit von 2 bis 3 Jahren nagen sie Fraßgänge in das Holz. Diese Fraßgänge sind locker mit Bohrmehl und Kot gefüllt. Bohrmehlhäufchen sind ein sicheres Zeichen für einen lebenden Befall.
Am Ende ihrer Entwicklung verpuppen sich die Larven. Danach schlüpfen die Käfer in den Monaten April bis August. Um aus den Holz zu gelangen, nagen sie Fluglöcher mit einem Durchmesser von 1 bis 2 mm durch die Holzoberfläche.
Die Käfer des Gewöhnlichen nagekäfers leben nur für wenige Wochen und nehmen in dieser Zeit keine Nahrung auf. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in Risse oder alte Fluglöcher im Holz. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa 2 Wochen die Larven, die sich dann durch das Holz nagen.

Welchen Schaden richtet er an?

Obwohl die Durchmesser der Fraßgänge relativ klein sind, kann ein starker, lang andauernder Befall durch den Gewöhnlichen Nagekäfer zur völligen Zerstörung von Holzgegenständen führen. Das liegt vor allem an der Ortstreue des gewöhnlichen Nagekäfers, der seine Eier immer wieder an schon befallenem Holz ablegt.
Die Larven entwickeln sich besonders gut in feuchterem Holz und daher sind Holzgegenstände in Kellerräumen oder feuchten Erdgeschossen stärker gefährdet als Holzgegenstände in  beheizten Räumen.

Wie wird ein Befall bekämpft?

Die Bekämpfung eines Befall durch den Gewöhnlichen Nagekäfer erfolgt durch Tränken oder Injizieren mit bekämpfend wirksamen Sschutzmitteln, wodurch in der Regel gleichzeitig ein vorbeugender Schutz vor einem Wiederbefall erzielt wird (siehe auch Verfahren Bekämpfender Holzschutz).
Möglich sind auch Heißluftbehandlung oder Begasung der befallenen Holzgegenstände. Ein Schutz vor einem Wiederbefall wird dadurch aber nicht erzielt, so dass eine anschließende vorbeugende Behandlung mit einem Holzschutzmittel zu empfehlen ist. 

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Nagekäfer (Bild links)
Nagekäferlarve
Befallsbild
Fluglöcher
Bilder: Dr. Uwe Noldt, Hamburg