Schimmelpilze

Schimmelpilze können auf verschiedenen organischen Materialien wie beispielsweise Textilien, Leder, Papier und auch Holz wachsen. Schimmel ist keine systematische Bezeichnung für eine Pilzart, sondern ein Sammelbegriff für oberflächig auf einem Material wachsendes Pilzmycel und dessen Sporenträger.
Schimmelpilze auf Holz besiedeln vorwiegend dessen Oberfläche. Sie ernähren sich von frei verfügbaren Zuckern und anderen organischen Substanzen, zerstören die Holzsubstanz nicht und verursachen daher keine Festigkeitsverluste. Die durch die Schimmelpilze verursachten Verfärbungen können jedoch zu drastischen Wertminderungen der Holzprodukte führen.
Darüber hinaus kann von den an die Luft abgegebenen Schimmelpilzsporen eine Gefährdung für die Gesundheit ausgehen. Dies trifft vor allem bei einem Schimmelbefall in Innenräumen zu.

Welche Schimmelpilze können auf Holz wachsen?

Zur Zeit sind über 120.000 Schimmelpilzarten bekannt. Wichtige auf Holz vorkommende Schimmelpilze gehören zu den Pilzgruppen der Deuteromyceten, Ascomyceten oder Zygomyceten. Wichtige Gattungen sind: Aspergillus, Penicillium, Trichoderma, Epicoccum, Mucor und Fusarium.

Wie wird das Holz befallen?

Schimmelpilzsporen kommen praktisch überall in der Luft vor. Zur Keimung auf einem Substrat benötigen sie vor allem genügend Feuchtigkeit und Wärme. Ausschlaggebend ist nicht der absolute Feuchtigkeitsgehalt des Substrates sondern der Gehalt des frei verfügbaren Wassers im Substrat. Holz ist ein hygroskopisches Material und nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf. Wird Holz für lange Zeit in einer Umgebung mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit gelagert, nimmt es genügend Feuchtigkeit auf, um das Keimen von Schimmelpilzsporen zu ermöglichen.
Das weitere Wachstum der Schimmelpilze wird durch die Substratfeuchtigkeit, die relative Luftfeuchtigkeit, die Temperatur und die vorhandenen Nährstoffe im Substrat beeinflusst. Schimmelpilze entwickeln sich beispielsweise schnell auf frischen Schnittstellen von gefällten Bäumen. Dabei ist besonders das saftfrische Splintholz gefährdet, da sich in den Holzstrahlen frei verfügbare Nährstoffe befinden. Schimmelpilze entwickeln sich auch rasch auf falsch gelagertem frischem Schnittholz und auf schlecht getrocknetem und luftdicht verpacktem Holz, zum Beispiel während des Holztransportes im Laderaum von Schiffen.

Welche Schäden können Schimmelpilze verursachen?

Schimmelpilze befallen zunächst die Oberfläche des Holzes können aber im Verlauf ihrer Entwicklung wenige Millimeter unter die Holzoberfläche vordringen. Ihre Hyphen sind farblos und daher führt ein Schimmelbefall nicht zu einer Verfärbung im Inneren des Holzes. Die farbigen Schimmelpilzsporen verursachen jedoch eine Verfärbung der Holzoberfläche. Oft kann diese Verfärbung durch Abwaschen nicht vollständig entfernt werden und es bleiben so genannte „Stockflecken“ zurück. Diese Verfärbungen mindern den Wert des Holzes, können aber wenn nötig durch Abhobeln beseitigt werden.

Wie kann Schimmelpilzbefall verhindert werden?

Um einen Befall durch Schimmelpilze und andere holzverfärbende Pilze zu verhindern, ist eine schnelle Trocknung des frisch eingeschnittenen Holzes erforderlich.  Während der Lagerung von frisch eingeschnittenem Holz im Sägewerk ist die Gefahr eines Befalls durch Schimmelpilze besonders groß. Temporär wirksame, umweltverträgliche Schutzmittel schützten das Holz während der Trocknungsphase und verhindern so einen massiven Wertverfall des Holzes (siehe Bläueschutzmittel).

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geschütztes - ungeschütztes, verschimmeltes Brett