Der Wald als Wirtschaftsfaktor

In Deutschland ist die Waldwirtschaft nach der Landwirtschaft die flächenmäßig bedeutendste Landnutzungsform. Sie erstreckt sich über 11,1 Mio. Hektar oder 31 % der Landfläche. Davon werden 9 Millionen Hektar durch etwa 28.000 Forstbetriebe bewirtschaftet.

Über 90 % des Umsatzes eines Forstbetriebes werden durch den Verkauf des erzeugten Holzes erwirtschaftet. Jedoch werden auch andere Erzeugnisse des Waldes genutzt. Sie sind - mit Ausnahme der Erlöse aus dem Verkauf von Wildfleisch - für den privaten Konsum meist unentgeltlich.

Die Forst- und Holzwirtschaft trägt mit ca. 3 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, bietet über 1 Mio. Beschäftigten einen Arbeitsplatz und verzeichnet einen Jahresumsatz von mehr als 100 Mrd. Euro. Fasst man die Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft sowie weitere produzierende und verarbeitende Industriezweige wie die Papierindustrie und das Druck- und Ver-lagsgewerbe, die auf Holz als Rohstoff angewiesen sind, aber auch Zulieferer oder im Holz- und Holzprodukte-Transport arbeitende Unternehmen im sogenannten „Cluster Forst und Holz“ zusammen, dann kommt man sogar auf rund 1,3 Millionen Beschäftigte mit einem jährlichen Gesamtumsatz von ca. 181 Mrd. Euro (siehe Grafik). Damit zählt die Forst- und Holzwirtschaft nach Beschäftigten und Umsatz zu den Leitbranchen Deutschlands. Dieser Wirtschaftszweig hat nach EU-Definition mehr Beschäftigte als die Automobilindustrie und erwirtschaftet einen höheren Umsatz als die Elektroindustrie oder der Maschinen- und Anlagenbau.

Die wirtschaftliche Bedeutung der heimischen Holzwirtschaft wird in Zukunft weiter steigen. Ausschlaggebend hierfür ist nicht nur ihre hohe Innovationskraft, sondern auch das vorhandene Rohstoffpotenzial. Durch neue Entwicklungen in Technologie und Konstruktion erobert sich die Holzwirtschaft vor allem im Bauwesen ihr einst traditionelles Terrain zurück. Ein weiterer Aspekt: Bei der Be- und Verarbeitung von Holz entsteht kaum Abfall. Alle Nebenprodukte und Reststücke, die bei der Produktion innerhalb einer Branche anfallen, sind wertvolle Rohstoffe für andere Branchen der Holzwirtschaft oder für die eigene Energiegewinnung.

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